Rückspülfilter der Lenzing-Technik

Rückspülfilter der Lenzing-Technik filtrieren Partikel
bis zu 1 Mikrometer

Zudem können bei der Filtration von VE-Wasser Einsparungen von 50% und mehr realisiert werden

Der Bereich Filtration und Separation der Lenzing Technik GmbH entwickelte vor etwa drei Jahren einen neuartigen Rückspülfilter, welcher sich durch die Möglichkeit sehr feiner Filtration bei gleichzeitig hohen Feststoffgehalten auszeichnet.

Seit der Markteinführung erschließt das Filter ständig neue Einsatzmöglichkeiten und liefert Spitzenergebnisse bei verschiedensten Anwendungen. So ist das Filter seit Dezember vergangenen Jahres im Einsatz zur Filtration von VE-Wasser (Vollentsalztes Wasser) in einem Industriekraftwerk.

Das VE-Wasser wird in einem mehrstufigen Prozess aus Flusswasser gewonnen. Eine Filterstufe zwischen der Entkarbonisierung durch Kalkmilch-Fällung und den anschließenden Ionentauschern wurde gemäß Stand der Technik bisher mit Sandfiltern realisiert.

Für einen Durchsatz von 108 m3/h benötigt das Kraftwerk einen Sandfilter von 3 Meter Durchmesser und über 5 Meter Höhe. Der Sandfilter wird mit sehr niedrigen Filtrationsgeschwindigkeiten betrieben, damit im Filtratabgang gesichert nicht mehr als 1 ppm (1mg/l) Feststoff vorhanden ist. Dadurch kommt es nicht zur Verschlammung der Ionentauscher-Harze.

Da es zur Betriebsunterbrechung während der Rückspülung kommt, muss bei einer Anlage mindestens ein Sandfilter extra für die Aufrechterhaltung des Filtrationsbetriebes, sowie ein Vorhaltevolumen für Rückspülflüssigkeit von mindestens 160 m3 eingeplant werden, die über den Zeitraum von 20 Minuten zur Rückspülung eines Filters benötigt werden.

Das patentierte RWF-Filter hat eine „partielle Rückspülung“. Dabei werden für eine Rückspülung nur ca. 20-30 Liter Wasser benötigt, dies dafür häufiger. Während der Rückspülung bleibt die Filtration an 95% der Filterfläche erhalten.

Durch die spezielle Filtergeometrie kann im Gegensatz zu allen anderen am Markt erhältlichen Rückspülfiltern wesentlich feiner filtriert werden bei gleichzeitig höheren Schmutzanteilen.

Die Abscheidekurve zeigt bereits bei 5-6 µm absolute Abscheideraten. Sogar bei 1 µm werden immerhin noch 35% der Partikel abgeschieden. Solche Ergebnisse waren bei Rückspülfiltern bis dato unerreicht – und dies bei Durchsatzraten pro Filter (sh. Abbildung) von 120 m3/h.

Die Schmutzkonzentration im Filtrat beträgt permanent unter 0,5 mg/l bei Zulaufkonzentrationen zwischen 35 und 150 mg/l.

Die Filter werden je nach Anwendungsfall mit speziellen, auf die Aufgabe abgestimmten, sehr feinen Filtergeweben betrieben, oder auch mit Metallfaservliesen, die mit absoluten Abscheideraten bis 3 µm erhältlich sind.

Für Anwender in der Applikation VE-Wasser ergeben sich durch den Einsatz vom RWF-Filter mehrfache Einsparungspotenziale neben deutlich weniger Komplexität. So können in der Investition rund 50%, im Platzbedarf (umbauter Raum) und Gewicht jeweils über 95% und bei der Rückspülmenge bis zu.75% eingespart werden.

Autor: Stefan Strasser, LenzingTechnik