Druckfedern: Ein technischer Leitfaden

Druckfedern gehören zu den am häufigsten eingesetzten Maschinenelementen. Sie nehmen Kräfte auf, speichern diese und geben sie kontrolliert wieder ab. Dieser Leitfaden gibt einen Überblick über Funktionsweise, Eigenschaften und wichtige Aspekte zur Auslegung dieser Federnart.

|
Roswitha Groiß
Federnsortiment

Was ist eine Druckfeder?

Eine Druckfeder ist eine zylindrische Schraubenfeder, die unter axialer Belastung zusammengedrückt wird und dabei mechanische Energie speichert. Sie wird in der Regel aus Runddraht mit konstantem Durchmesser und gleichmäßiger Windungssteigung gefertigt. Typisch sind Anwendungen im Maschinenbau (z. B. Ventile, Spannvorrichtungen, Hydraulik- und Pneumatiksysteme), in der Elektrotechnik (Schalter, Kontakte), im Fahrzeugbau und in der Medizintechnik sowie in Alltagsprodukten wie Sprungtrampolinen oder Kugelschreibern.

Merkmale:

  • Üblicherweise konstante Geometrie über die gesamte Federlänge
  • Lineares Kraft-Weg-Verhalten
  • Hauptbeanspruchung entlang der Federachse 

Die Enden sind je nach Ausführung angelegt oder angelegt und geschliffen. Dadurch wird eine saubere Krafteinleitung gewährleistet.

Diagramm mit Federkraft und Federweg als Achsen zeigt die Eigenschaften von Federn
Unterschiedliche Federkennlinien im Überblick

Funktionsweise von Druckfedern

Im Einsatz werden Druckfedern meist auf eine bestimmte Länge vorgespannt eingebaut und führen dann einen bestimmten Arbeitsweg aus.

Zur Beurteilung der Federeigenschaften dient die Federkennlinie, welche die Kraft (F) in Abhängigkeit vom Federweg (s)darstellt. Sie beschreibt damit das Verhalten der Feder unter Belastung und macht die Funktion technisch bewertbar. 

Das Verhältnis von Federkraft zu Federweg wird als Federrate (R) bezeichnet und beschreibt die Steifigkeit – also die Kraftzunahme pro mm Federweg – der Feder.

Federkraft (F) = Federrate (R) × Federweg (s)

Bei zylindrischen Schraubendruckfedern besteht in der Regel ein weitgehend linearer Zusammenhang zwischen Kraft und Federweg. Die Feder verhält sich dabei proportional: Mit zunehmender Verformung steigt die Kraft gleichmäßig innerhalb des elastischen Arbeitsbereichs an. 

Die Eigenschaften der Feder lassen sich konstruktiv gezielt beeinflussen:

  • Größerer Drahtdurchmesser → höhere Steifigkeit
  • Größerer Windungsdurchmesser → geringere Steifigkeit
  • Mehr Windungen → geringere Steifigkeit 

Durch gezielte Anpassung von Drahtdurchmesser, Windungsdurchmesser oder Windungsabstand können darüber hinaus auch progressive Federkennlinien erzeugt werden. In diesem Fall nimmt die Federrate mit zunehmendem Federweg zu, sodass die Feder im Verlauf der Belastung zunehmend härter reagiert.

Belastungsarten von Druckfedern

Für den optimalen Einsatz von Druckfedern ist es wichtig zu wissen, wie oft die jeweilige Feder bewegt wird. Entsprechend dieser Anforderung muss die Feder ausgelegt werden.
Die richtige Einordnung der Belastungsart ist eine zentrale Voraussetzung für die zuverlässige
Auslegung und lange Lebensdauer von Druckfedern.

  • Statische bzw. quasistatische Belastung
    Damit sind ruhende oder zeitlich veränderliche Belastungen mit weniger als 10.000 Lastwechseln gemeint.
     
  • Dynamische Belastung
    Darüber hinausgehende Arbeitszyklen gelten als dynamische Belastungen. Eine entsprechende Auslegung hinsichtlich Werkstoffs oder einer zusätzlichen Oberflächenbehandlung wie Kugelstrahlen ist hier besonders wichtig.

Werkstoffe und ihre Eigenschaften

Unsere Norm-Druckfedern werden aus patentiertem Federstahl (hohe Elastizität und gute
Dauerfestigkeit) und korrosionsbeständigem Edelstahl gefertigt. Die Werkstoffwahl beeinflusst die Federrate, die Lebensdauer, das Korrosionsverhalten sowie die Einsatztemperatur, bei der die Feder zuverlässig arbeiten kann.

Spezielle Werkstoffe und Verfahren für erhöhte Anforderungen

  • Spezialvergüteter Federstahldraht (unter Schutzgas-Vakuum behandelt) für hochbeanspruchte Federn
  • Inconel oder Hastelloy für höhere Temperaturen  
  • Ventilfederstahl für viele nötige Lastwechsel
  • V2A- oder V4A-Edelstahl für geforderte Korrosionsbeständigkeit, geforderte Seewassertauglichkeit oder die Lebensmittelindustrie

Oberflächen und Korrosionsschutz

Je nach Anforderung oder Notwendigkeit können verschiedene Oberflächenbehandlungen
angeboten werden.

  • Verzinkte, vernickelte oder verchromte Oberflächen
  • Kunststoffbeschichtete Oberflächen
  • Zinklamellenbeschichtung (z. B. Delta-Tone): eignet sich besonders bei hochfesten Stählen, geringe Schichtdicke (~7 µm) genügt, um eine Barriere gegen Korrosion zu erreichen

Typische Fehler bei der Auslegung von Druckfedern

Zu wenig Platz für eine entsprechende Feder

Oft wird leider zuerst die gesamte Konstruktion erstellt und dem Bauteil „Feder“ zu wenig
Beachtung geschenkt. Aber auch Federn brauchen ausreichend Platz, um gut und effizient
zu arbeiten. Planen Sie daher ausreichend Platz ein.

  • Unzureichende Dauerfestigkeit

    Bei dynamischer Belastung kann es zu frühzeitigem Versagen kommen, wenn Spannungen oder Lastwechsel nicht korrekt berücksichtigt wurden. Lastwechsel und Hubfrequenzen werden oft unterschätzt. Eine korrekte Auslegung und die richtige Werkstoffwahl sind für eine lange Lebensdauer von Bedeutung.

  • Fehlende oder falsche Führung

    Schlanke Druckfedern neigen zum Ausknicken, besonders wenn Länge und Durchmesser in einem ungünstigen Verhältnis zueinanderstehen oder die Feder schief und instabil gelagert wird. Um ein Ausknicken zu vermeiden, kann die Feder über einen Dorn oder eine Hülse geführt werden, wobei auch zu wenig oder zu viel Spiel zur Führung vermieden werden muss.
    Auf eine stabile Auflagefläche sowie eine ausreichende Schmierung ist zu achten.

  • Falsche Federkennlinie

    Eine falsch gewählte Federrate führt dazu, dass die wirkenden Kräfte entweder zu hoch oder zu niedrig ausfallen. Infolgedessen kann es zu einer Überlastung einzelner Bauteile kommen, was einen vorzeitigen Ausfall begünstigt. Darüber hinaus wird die zuverlässige Funktion des Gesamtsystems beeinträchtigt oder nicht mehr sichergestellt.

Federn in unterschiedlicher Größe, Farbe und Material
Die Auswahl der passenden Druckfeder richtet sich nach dem jeweiligen Einsatzgebiet.

Standardfeder vs. Sonderanfertigung

Viele Einsätze können mit Druckfedern aus unserem Normfedern-Programm gut und effektiv gelöst werden. Dort, wo anwendungsspezifische Sonderfedern notwendig sind, sollte man dennoch aus wirtschaftlichen Gründen nicht darauf verzichten und diese einsetzen. So können hohe Folgekosten durch ungeplante Ausfälle oder zusätzlichen Wartungsaufwand vermieden werden.

Warum Druckfedern von HENNLICH?

Druckfedern im HENNLICH-Programm sind auf industrielle Anforderungen ausgelegt und bieten entscheidende Vorteile:

 

Normgerechte Qualität

  • Fertigung nach DIN 2095 (Grad 1)
  • Abmessungen nach DIN 2098
  • zusätzliche praxisgerechte Zwischengrößen 

Breites Standardprogramm

  • sofort verfügbare Normfedern ab Lager
  • große Auswahl an Geometrien und Abmessungen

Anwendungsorientierte Lösungen

  • Beratung und Auslegung entsprechend Ihrem Einsatz
  • Optionale Behandlungen wie Vorsetzen, Kugelstrahlen oder spezielle Beschichtungen

Fazit:

Druckfedern sind wichtige Elemente in vielen technischen Anwendungen. Ihr Verhalten ist gut berechenbar, erfordert jedoch eine sorgfältige Auslegung mit Blick auf Geometrie, Werkstoffauswahl und Einsatzbedingungen.

HENNLICH unterstützt Sie bei der Auswahl der passenden Druckfeder

  • von der Standardlösung ab Lager
  • bis hin zu Hochleistungsdruckfedern für spezielle Anforderungen.

Entdecken Sie unser Sortiment an Druckfedern

In verschiedensten Variationen erhältlich!

Druckfedern / Druckfederstränge Edelstahl 1.4310
Druckfedern / Druckfederstränge Edelstahl 1.4310
Druckfedern / Druckfederstränge Federstahl 1.1200
Druckfedern / Druckfederstränge Federstahl 1.1200
Druckfedern Hochleistungsfederstahl beschichtet (FK2000)
Druckfedern Hochleistungsfederstahl beschichtet (FK2000)
Druckfedern Hochleistungsfederstahl beschichtet (1.8159)
Druckfedern Hochleistungsfederstahl beschichtet (1.8159)
Druckfedern Hochleistungsfederstahl beschichtet (1.7102)
Druckfedern Hochleistungsfederstahl beschichtet (1.7102)
Roswitha Groiß, Gruppenleitung Federntechnik

Roswitha Groiß

Gruppenleitung Federntechnik

chevron-right